Für Krebspatienten und viele andere Menschen könnte CBD Hanf ein interessanter Therapieansatz sein. Für zahlreiche andere Menschen befindet sich das Cannabinoid weiterhin in einem Topf mit psychoaktivem Tetrahydrocannabinol – sprich, dem klassischen Hasch.

Aus diesem Grund möchten wir uns sowohl mit den Unterschieden als auch den Gemeinsamkeiten beschäftigen. Gleichzeitig beleuchten wir den wechselhaften Ruf des Hanfs und wagen einen Blick in die Zukunft.

CBD Hanf – Cannabis ist nicht gleich Cannabis

Eines steht fest: In weiten Teilen der Gesellschaft hat die Hanfpflanze als berühmteste Pflanze der Erde einen schlechten Ruf. Immerhin stammt die neben Alkohol und Nikotin bekannteste Droge der Welt auch von der Hanfpflanze.

Kein Wunder, dass jedermann, der Hanfprodukte verwendet oder konsumiert, gleich als Drogenkonsument abgestempelt wird.

Dabei besteht ein großer Unterschied zwischen dem psychotrop wirkenden Tetrahydrocannabinol und dem mit positiven Wirkungsweisen in Verbindung gebrachten CBD.

Was ist CBD Hanf?

Hinter diesem Begriff verbirgt sich zunächst eine bestimmte Gruppe von Cannabispflanzen. Diese enthalten wie alle Pflanzen der Gattungen „indica“ und „sativa“ verschiedenste Cannabinoide – das sind die Wirkstoffe der Hanfpflanzen.

Neben dem wesentlich bekannteren Tetrahydrocannabinol gehört auch Cannabidiol zu den wichtigsten Cannabinoiden, die in den mengenmäßig größten Anteilen enthalten sind.

Daneben gibt es mehr als 110 Cannabinoide. Kennzeichnend für den CBD Hanf ist ein sehr hoher Anteil des Cannabinoids. Je nach Art bzw. Sorte beinhalten diese Nutzhanfsorten zwischen 10 und 20 Prozent des Wirkstoffs.

Gleichzeitig ist in diesen Hanfpflanzen kaum, bis gar kein Tetrahydrocannabinol (kurz THC) enthalten. In Deutschland legal erhältlicher Cannabidiol-Hanf hat einen Tetrahydrocannabinol-Gehalt von unter 0,2 Prozent.

Diese Cannabispflanzen dienen der Herstellung unterschiedlichster Produkte wie

  • Ölen,
  • Pollen,
  • Liquids,
  • Cremes,
  • Tropfen,
  • Kristallen
  • und Kapseln,

die du in ausgewählten Online-Shops kaufen kannst.

Hinzu kommt Tetrahydrocannabinol-freies Hasch (Pollinat) sowie die Möglichkeit, die Blüten als nicht psychoaktives „CBD Gras“ zu rauchen. Da jede Verbrennung gefährliche Giftstoffe erzeugt, raten wir von dieser Form des Konsums dringend ab.

Der Unterschied: Cannabidiol und Tetrahydrocannabinol

Der große Unterschied liegt in der Wirkungsweise beider Cannabinoide. Bei Tetrahydrocannabinol handelt es sich um das stärkste aller bisher bekannten Cannabinoide.

Dabei wirkt es über das menschliche Endocannabinoid-System direkt auf den Organismus ein.

Allem voran steht die stark psychoaktive (auch: psychotrope) Wirkung im Gehirn.

Als psychoaktive Substanz kann THC

  • Bewusstseinsveränderungen,
  • Veränderungen der Wahrnehmung,
  • Panikattacken,
  • Wahnvorstellungen,
  • Halluzinationen sowie weitere psychotische Wirkungen hervorrufen.

Das ist es, was klassisches Gras und Hasch als „weiche Droge“ beliebt macht.

Cannabidiol, welches in CBD Hanfpflanzen in großen Mengen enthalten ist, wirkt nicht psychoaktiv. Dementsprechend ist das Cannabinoid hierzulande im Gegensatz zu Tetrahydrocannabinol legal erhältlich. Dennoch wirkt auch das nicht berauschende Cannabinoid über das Endocannabinoid-System auf den Körper ein.

Optischer Unterschied für Laien nicht erkennbar

Die Hanfpflanze hat ein charakteristisches Aussehen. Selbst vielen Kindern oder Menschen, die mit Drogen nichts am Hut haben, sind die fingerartigen Blätter bekannt. Mittlerweile sind sie als Symbol für eine Lebenskultur daher im kollektiven Bewusstsein der Gesellschaft etabliert.

Die Herausforderung: Alle Hanfpflanzen sehen im Grunde genommen gleich aus. Von außen können Laien keinen Unterschied zwischen illegalem Gras und legalen Cannabispflanzen erkennen.

Das können nur ausgewiesene Experten. Der Unterschied zwischen dem „Nutzhanf“ und dem „Drogenhanf“ ergibt sich einzig aus der molekularen Struktur. Und selbst hier sind die Unterschiede geringer, als du denkst.

Das bringt im Alltag Probleme mit sich. Schließlich haben auch Polizisten im Fall einer Kontrolle keinen mikro-pharmazeutischen Röntgenblick.

Auch wer THC-freie Cannabisblüten oder anderweitige Pflanzenteile bei sich hat, muss damit rechnen, dass die Polizei diese einzieht. Die sichere Alternative sind eindeutig erkennbare Produkte, bei denen es zu keinen Missverständnissen kommt.

Jedenfalls so lange, bis Marihuana auch in Deutschland einmal legal sein wird. Hier bietet sich beispielsweise hochwertiges CBD Öl an.

CBD Öl aus Hanf

Auf einen Blick: Wie lassen sich beide Hanfarten unterscheiden?

Besonderheiten
Cannabidiol Hanf
  • Der enthaltene Wirkstoff ist nicht psychoaktiv.
  • Er verursacht keine Rauschzustände und unerwünschte Nebenwirkungen wie Bewusstseinsstörungen und Halluzinationen.
  • Es besteht kein Einfluss auf die Fahrtüchtigkeit.
  • Produkte mit einem THC-Gehalt von unter 0,2 Prozent sind legal.
  • Der Wirkstoff wird aus speziell gezüchtetem Nutzhanf gewonnen.
  • Die Produkte (z.B. CBD Öl), die hierzulande verkauft werden, stammen aus kontrolliertem und EU-zertifiziertem Anbau.
Besonderheiten
Tetrahydrocannabinol Hanf
  • Tetrahydrocannabinol ist stark psychoaktiv.
  • Der Wirkstoff ruft Rauschzustände hervor.
  • Unerwünschte Nebenwirkungen wie Panikattacken, Wahrnehmungsstörungen und Halluzinationen sind wahrscheinlich.
  • Der Stoff beeinträchtigt die Fahrtüchtigkeit.
  • Der Wirkstoff ist in Deutschland illegal.
  • THC-fokussierte Hanfprodukte werden aus hochpotentem „Drogenhanf“ mit hohem THC-Gehalt gewonnen.
  • Herkunft der Pflanzen ist i.d.R. nicht nachvollziehbar.
Gemeinsamkeiten
  • Es handelt sich um Cannabinoide, die der Körper über das Endocannabinoid-System aufnehmen kann.
  • Mit bloßem Auge sehen die Pflanzen gleich aus.
  • Beide Cannabinoide könnten potenziell positive Auswirkungen auf die Gesundheit haben.
  • Studien deuten darauf hin, dass beide Stoffe schmerzlindernd, beruhigend und angstlösend wirken könnten.

Die Wirkung von CBD Hanf

Cannabinoide sind eine faszinierende Wirkstoffgruppe, die noch lange nicht vollständig erforscht wurde. Umso interessanter ist das, was wir bereits über die Wirkung des Cannabidiols auf das körpereigene Endocannabinoid-System wissen.

Sollten sich die Studienerkenntnisse in groß angelegten Untersuchungskolonnen bestätigen, könnten cannabidiolhaltige Produkte ebenso wie auch THC-haltige Präparate in Zukunft eine wichtige Rolle in der Medizin spielen.

Entdeckung des Endocannabinoid-Systems

Die Wirkung von Marihuana ist der Menschheit schon seit Jahrtausenden bekannt.

Erst 1987 brachten Forscher der Saint-Louis-University in Missouri Licht ins Dunkel, indem sie herausfanden, wie und warum genau Cannabinoide auf den menschlichen Organismus wirken.

Professor Allyn Howlett entdeckte das Endocannabinoid-System, an deren Rezeptoren Cannabinoide wie Tetrahydrocannabinol und Cannabidiol andocken können.

Am bekanntesten sind vermutlich die Rezeptoren CB1 und CB2. Während sich CB1-Rezeptoren sowohl im Nervensystem des Darms als auch im Zentralnervensystem (ZNS) finden, liegen die CB2-Rezeptoren in Abwehrzellen und Zellen, die den Knochenstoffwechsel steuern, vor.

Das Endocannabinoid-System interagiert in jeder Sekunde mit Endocannabinoiden. Das sind Cannabinoide, die unser Körper selbst herstellt.

Dieser Mechanismus beeinflusst unter anderem die folgenden Bereiche:

  • Appetit
  • Übelkeit / Erbrechen
  • Gedächtnisleistung
  • Schmerzwahrnehmung
  • Angst
  • Depression
  • Knochenwachstum
  • Herzfrequenz
  • Immunabwehr
  • Entzündungen
  • Zellschutz

So wirkt Cannabidiol im Körper

Über die Interaktion mit den Cannabinoid-Rezeptoren nimmt der Wirkstoff auf vielen Wegen Einfluss auf unseren Organismus. Die Wirkung des Cannabidiols weise dabei auch im Vergleich mit THC einige Besonderheiten auf.

Da beide Stoffe am CB1-Rezeptor andocken, konkurrieren sie um den beschränkten Platz. Cannabidiol könne damit den Einfluss des THCs hemmen. Es ist dessen biochemischer Gegenspieler.

Darüber hinaus reagiere das Cannabinoid mit weiteren Rezeptoren wie dem 5-HT1A-Rezeptor. Über diese Verbindung ließe sich die möglicherweise angstlindernde Wirkung erklären.

Nicht minder interessant: Die Interaktion mit dem GPR3-, GPR6- und GPR12-Rezeptoren, die sogar eine Chance für Parkinsonpatienten sein könnte.

Studien rund um Cannabidiol

Bisherige Erkenntnisse rund um die Wirkung von Cannabinoiden auf den Körper sind auf Basis von sehr kleinen Versuchsgruppen oder Laborexperimenten mit Mäusen entstanden.

Umso interessanter sind sogenannte klinische Studien. Das sind Studien, bei denen Wissenschaftler einen Wirkstoff nicht an Tieren oder im Reagenzglas, sondern unter Realbedingungen an Menschen testen.

Auf dieser Basis wird mittlerweile vermutet, dass CBD unter anderem:

Interessant ist für die medizinische Nutzung auch die Kombination aus den beiden Cannabinoiden.

Wissenschaftler beschäftigen sich aktuell u.a. mit der Wirkung bei Tumorschmerzen, Morbus Crohn, Multipler Sklerose und sogar mit der Therapie von Cannabis-Abhängigkeit.

Info:

Morbus Crohn ist eine in Schüben verlaufende, chronisch-entzündliche Darmerkrankung. Multiple Sklerose ist eine chronisch-entzündliche Erkrankung des zentralen Nervensystems.

Ruf und Verwendung der Hanfpflanze im Wandel der Zeit

Auch wenn Nutzhanf über Jahrtausende eine Stütze der menschlichen Agrarkultur war und CBD ein legaler Stoff ist, leidet die Hanfpflanze unter einem schlechten Ruf.

Hanf CBD aus Hanfpflanze

Woher kommt das? Wieso ist das noch immer so? Und gibt es Hoffnung darauf, dass sich der Ruf der Hanfpflanze in absehbarer Zeit zum Positiven ändert?

Woher kommt der schlechte Ruf?

Die negativen Assoziationen, die der Hanfpflanze entgegenschlagen, hat sie ihrer Degradierung als „Drogenpflanze“ zu verdanken.

Schließlich ist das aus stark tetrahydrocannabinol-haltigen Pflanzen gewonnene Gras“ eine beliebte Droge und zudem (noch) illegal. Als Nutzpflanze kennen die meisten Menschen die Hanfpflanze dagegen nicht mehr.

Wohl schon in der Antike stellten die Chinesen um 2.800 v. Chr. Kleidung auf Hanffasern her. Zudem deuten medizinische Texte aus der Zeit zwischen 300 v. Chr. und 200 n. Chr. darauf hin, dass die Wirkstoffe der Hanfpflanze u.a. gegen Rheuma, Malaria und andere Leiden eingesetzt wurden.

Auch in Europa bauen die Menschen die Hanfpflanze seit über 4.500 Jahren an.

Schon die Griechen und Ägypter trugen Kleider aus Hanffasern. Über das Mittelalter und die Neuzeit hinweg etablierte sich die Pflanze als Faserlieferant für

  • Papier,
  • Langbogensehnen und Kleidung
  • sowie als Arznei bei Geburtswehen.

Der Rückgang der Produktion folgte Anfang und Mitte des 20. Jahrhunderts. Damals besiegelte der kometenhafte Aufstieg der Kunstfasern u.a. durch die Unterstützung des Unternehmens DuPont den Rückwärtstrend der Hanffaser.

Da die Hanfpflanze seitdem fast ausschließlich als „Drogenpflanze“ bekannt war, entwickelte sich ihr schlechter Ruf.

Das Image von Cannabis wandelt sich

Seit den 1990er-Jahren beginnt sich die Stimmung langsam zu drehen. Zunehmend begann die Wirtschaft, die Robustheit von Hanffasern für Papier und Kleidung sowie für neue Hightech-Materialien wieder zu schätzen.

Dass wir dennoch weiterhin einen zweifelhaften Ruf mit der Pflanze verbinden, liegt an mehreren Dingen:

  1. Die gesetzliche Lage: Anders als beim reinen Nutzhanf für die Faserproduktion gibt es kaum klar durchstrukturierte Vorschriften und Gesetze. In vielen Bereichen herrschen gesetzliche Grauzonen.
  1. Aufgrund gesetzlicher Regularien müssen Hersteller Abstand davon nehmen, potenziell positive Wirkungen explizit herauszustellen.
  1. Die potenzielle Wirkung von Cannabinoiden ist noch nicht hinreichend erforscht, auch wenn Wissenschaftler stetig daran arbeiten. Zahlreiche neue Erkenntnisse geben aber Hoffnung.
  1. Viele Menschen wissen nicht, dass es abgesehen von der „Droge“ auch nicht psychoaktive Hanfpflanzen gibt. Diese Pflanzen könnten gesundheitliche Eigenschaften haben oder werden als Faserstoff, Dämmmaterial genutzt. Das Motto lautet also: ehrliche Aufklärung.
  1. Durch die Vorurteile gegenüber Cannabis als Droge befindet sich auch Nutzhanf weiterhin in einem schlechten Licht.

Ein nachhaltiger Rohstoff

Cannabidiolhaltiges Cannabis reduziert sich nicht nur auf medizinische Potenziale. Auch für die Umwelt ist die Agrarpflanze ein Trumpf. Großflächig angebaut, sorgt sie beispielsweise als Zwischenfrucht für Abwechslung auf den Feldern. Dadurch verbessert sich auf natürliche Weise die Bodenstruktur von stark beanspruchten Äckern.

Darüber hinaus ist die Hanfpflanze eine schnell- und hochwachsende Pflanze, die viel CO2 bindet. Gleichzeitig ist die Cannabispflanze relativ anspruchslos und lässt sich ohne großartigen Einsatz von Pflanzenschutzmitteln anbauen.

Die Legalisierungswelle kommt

Aktuell zeichnet sich ein globaler Trend in Richtung Legalisierung von Cannabis ab. Verantwortlich ist nicht zuletzt das sich zum Positiven wandelnde Image.

Dank der medizinischen Forschung, der industriellen Nachfrage und der gesellschaftlichen Erkenntnis, dass Marihuana nicht unbedingt eine Einstiegsdroge ist.

Während Cannabis in Uruguay, Kanada und einigen Bundesstaaten der USA bereits legal ist, lockern sich in Europa zumindest die Schranken für cannabidiolhaltige Produkte von Öl und Tropfen bis hin zu Gras und Pollinat.

Legalisierung von Hanfprodukten

Vorreiter ist hier die Schweiz.

Seit dort 2016 die gesetzlichen Regularien gelockert wurden, erleben unsere Nachbarn einen CBD Boom. Jahre nach dem „Dammbruch“ zeigt sich: Die Schweizer Gesellschaft hat das Angebot positiv angenommen.

Quer durch die Gesellschafts- und Altersschichten kaufen die Schweizer Öle, Liquids, Pollen, Tabakersatz und Co.

Spätestens seit der Freigabe von medizinischem Marihuana in Deutschland, sind auch hier die ersten Weichen gestellt. Sowohl zu einem positiveren Image von CBD Hanf, Öl und anderen Produkten als auch hin zur allgemeinen Legalisierung. Wir dürfen also gespannt sein, was auf uns in Zukunft wartet.

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